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Rudis Waldzither Saite:

Hier drei meiner
Waldzithern von
Meinel & Herold
in Klingenthal in
Sachsen -
einer Musik-
instrumenten-
fabrik, die ihre
Instrumente als
Versandhandel
auch selbst
vertrieben hat.
vermutlich aus der
Zeit um 1935.

Auf einem Musikerflohmarkt bin ich zuerst über diese seltsamen Zupfinstrumente gestolpert - eine Mandola mit einer zusätzlichen Bass-Saite!?! Später habe ich regelmäßig in der E-Bucht nach alten Zupfinstrumenten gefischt und dabei auch die eine oder andere Waldzither an Land gezogen. 9-saitig, gestimmt auf einen C-Dur Akkord: c - gg - c'c' - e'e' - g'g'; Quinte, Quarte, große Terz, kleine Terz.
Hier mein erster Fang. Da nur 8 der 9 Mechaniken funktionieren, ist's jetzt 'ne Mandola.

Die Waldzither gilt als leicht zu erlernendes Instrument. Einfache Melodien in C-Dur gehen gleich leicht von der Hand.
So habe ich die Instrumente bisher auch genutzt - für Kinder-, Volks- und Weihnachtslieder - zusammen mit Blockflöten, Xylophonen und Glockenspielen - die mögen alle auch C-Dur.

(Bild: Raab)

Waldzithern gibt es mit einer Schraubenfächer-Mechanik, die der Hamburger Waldzither-Fabrikant C.H.Böhm 1897 erfunden (oder doch bei der Portugiesischen Gitarre und der Preston's machine der English guitar abgeguggd) hat oder mit Embergher Wirbelmechanik, wie wir sie von Gitarren und Mandolinen kennen, mit Fensterkopf oder mit massiver Kopfplatte.

Der Klangkörper besteht aus Zargen und flachem Boden (wie bei Gitarren oder 'deutschen' Flachmandolinen) oder aus Zargen und gewölbtem Boden aus mehreren Spänen (wie bei 'portugiesischen' Mandolinen und Mandolen).
Hier zwei "Original Hopf" Instrumente aus Wehen im Taunus - vermutlich aus den 1950er Jahren.

Mir sind aber auch schon lautenartig rundbauchige Exemplare begegnet, so wie dieses reich verzierte Modell von BAZAR ROEBER - IJUHY.

Oder 14-saitige Instrumente mit zweiter Bass-Saite und zusätzlichen Oktav-Saiten wie dieses Modell von Hans Hau aus Höchst (bei Frankfurt/M.).
Stimmung vermutlich: c c - G g g - c c'c' - e e'e' - g g'g'
Schaumermal wo ich passende Saiten her bekomme.

"Es ist eine unbedingte Notwendigkeit, daß der Deutsche zu seinen Liedern auch ein echt deutsches Begleitinstrument besitzt.
Wie der Spanier seine Gitarre, der Italiener seine Mandoline, der Engländer das Banjo, der Russe die Balalaika sein National-Instrument nennt, so sollte der Deutsche die Waldzither zu seinem National-Instrument machen.", schreibt der Hamburger Waldzither-Fabrikant C. H. Böhm im Vorwort zu seinem Waldzither-Liederbuch 'Grillenscheucher' im März 1919.
Den Portugiesen mit seiner Portugiesischen Gitarre hat Böhm hier nicht erwähnt! Da hätte ja jeder sehen können, von wem er seine neue Erfindung, die Schraubenfächermechanik, abgekupfert hat ...

Waldzithern waren in den 1920er und 1930er Jahren in Deutschland sehr beliebt und weit verbreitet - auch bei Wandervogel-Gruppen und der bündischen Jugend.
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen und nach und nach alle Jugendgruppen außer der Hitler-Jugend aufgelöst oder verboten wurden, geriet wohl auch das neue deutsche Musikinstrument der Jugendbünde bei den Herrschenden in Mißkredit.
Und so wurde es doch nix mit dem neuen deutschen Nationalinstrument.

Auch nach Nazizeit und 2. Weltkrieg wurden in Deutschland noch Waldzithern gebaut - im Osten wie im Westen.
Bei "Hopf" in Wehen im Taunus (Hessen) und bei "Gewa" in Mittenwald (Bayern) wurden neben Gitarren und Mandolinen auch Waldzithern hergestellt.

Die Firma "Dofra" - gegründet vom DOtzauer FRAnz - in Erlangen stellte neben Mandolinen und Mandolen auch Waldzithern in verschiedenen Ausführungen her.
(siehe Fotos)

"Die Waldzither, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland Verbreitung gefunden hat, geht möglicherweise auf die Initiative eines einzigen Mannes zurück: des Hamburger Instrumenten-bauers C.H.Böhm." - schreibt Norbert Feinendegen auf seiner website "Die Waldzithern von C.H.Böhm". Böhm habe von 1897 bis 1918 schon 8.000 Waldzithern gebaut und an seine Waldzither-Schüler verkauft.

Böhm produzierte auch deutsche Mandolinen mit Schraubenfächer-Mechanik und nannte sie - passend zur Waldzither (links und rechts) - Walddoline (Mitte).
Waldzither Nr. 2 (1919-1924), Walddoline und Waldzither Nr. 1a (1925-1936) -
von links nach rechts.

Auch im 21. Jahrhundert werden noch Waldzithern gebaut. Mein hier gezeigtes Instrument von Christian Sandner aus Erlbach wurde 2003 gebaut.
Christian Sandner ist auch heute noch aktiv.
 
Die Firma Guriema aus Markneukirchen hat mehrere Waldzithern im Angebot. (www.guriema.de)
 
Tobias Kaul baut in Markneukirchen neben Mandolinen und Mandolen auch Waldzithern und Basswaldzithern. (www.kaul-mandolinen.de)

mehr Infos zur Waldzither gibt es bei:

Freunde und Förderer der Waldzither e.V. - www.waldzither-ev.de -

Norbert Feinendegen - c-h-bohm-waldzithern.webnode.com -

Martina Rosenberger - www.etcetra.eu - - www.waldzither.de -

den Cister-Symposien in Suhl (Thüringen)

"Hüsch" - der Kapelle mit 3 Waldzitherern - www.songs-of-heimat.de -

Präsentation von Tim Lieberts Waldzither Workshop bei den Folksounds Winter Workshops 2016 Ende Januar im Naturfreunde- -Haus Elmstein im Pfälzer Wald.

Bild: Siggi

weihnachtliches Waldzithern bei der Stubnmusi -
2015 auf meiner Dofra Waldzither

bei der Stubnmusi 2016 auf meiner vogtländischen Waldzither von Günter Penzel

beide Bilder: Friedrich Krichbaum

In Suhl im Thüringer Wald fand vom 21. bis 24. September 2017 das 8. Cister-Symposium statt - organisiert von den Freunden und Förderern der Waldzither e.V.
Etwa 50 Waldzitherfreunde trafen sich zum musizierenden Musikanten-stammtisch, zum spontanen gemeinsamen Musizieren, zu Workshops und Vorträgen. Zwei Zupfinstrumenten-macher aus dem sächsischen Vogtland - Christian Sandner und Tobias Kaul - waren vor Ort, gaben gerne Auskünfte zu den Instrumenten und ihrem Handwerk, führten kleine Reparaturen durch und nahmen auch Aufträge entgegen.
Höhepunkt des Wochenendes war das Abschlusskonzert "Cister Act", bei dem das gesamte Spektrum des Waldzitherspielens auf die Bühne kam, von einfachen Liedbegleitungen bis zu virtuosen Darbietungen von Profimusikern.

"Waonn de Geiger" - meine odenenwälder Nachdichtung auf die Melodie des Bluegrass Songs "The Fiddler" von Charlie Moore - war mein bescheidener Beitrag zum Abschlusskonzert.

Begleitet mit drei Akkorden - also mit zwei Griffen - der dritte Akkord, das C-Dur, ist ja bei jeder Tenor-Waldzither in C-Dur-Stimmung schon fest eingebaut -
auf meiner Dofra Waldzither.












 Youtube-Abschlusskonzert Cister Act des Cistersymposium 2017

Am 8. November 2017 berichtete das ZDF-Mittagsmagazin über die neue Waldzither-Szene in Thüringen - mit Bildern und Tönen vom Waldzither-Stammtisch am 30.10.17 und aus der Werkstatt von Tobias Kaul.
Hier der Link zur ZDF-Mediathek:

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mittagsmagazin/171108-tyron-mim-100.html   )

Am Samstag, 10. März 2018 spielt im Gasthaus Zum Raupenstein in Lindenfels-Winterkasten - in der Konzertreihe "Folk in de Werdschafd" des Odenwälder Kleinkunstvereins DoGuggschde e. V. - die Folkband "HüSCH!" - die Band mit der deutschlandweit höchsten Waldzitherdichte - www.songs-of-heimat.de